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Laptop CMS Backend

Wer eine neue Website plant, wird sich schnell mit der Frage auseinandersetzen, welches CMS das Richtige für die eigene Website ist. Dies ist eine wichtige, aber nicht ganz einfache Entscheidung. Auf die bekannten Softwares wie WordPress, Drupal, Typo3 und Co. bist du bei deiner Suche in Netz bestimmt schon gestossen. Aber was ist eigentlich ein CMS und welche Arten von CMS gibt es? Und brauchst du für deinen Webauftritt überhaupt ein CMS? Dies sind spannende Fragen. Die Antworten und Erklärungen dazu erhältst du in diesem Artikel, damit du anschliessend entscheiden kannst, was die richtige Lösung für deine Website ist.  

Inhaltsverzeichnis: 

  1. CMS – Content Management System Definition
  2. Welche CMS Arten gibt es?
    • Traditionelle CMS
    • Best of Breed
    • Headless CMS (entkoppeltes CMS) 
    • Flat-File CMS
    • Decoupled CMS
  3. Enterprise Content Management 
  4. Open Source und proprietäre Systeme
  5. Schematische Funktion eines CMS 
  6. Fazit 
  7. Tldr – Zusammenfassung

1. CMS – Content Management System Definition 

CMS bedeutet Content Management System und dient zur Verwaltung von Content (Inhalten) auf deiner Website. Webbasierte Lösungen wie WordPress oder Typo3 werden dabei als Web-Content-Management-Systeme (WCMS) bezeichnet. Mit einem CMS kannst du Daten und Inhalte wie Texte, Bilder, Videos und Animationen speichern, verwalten, ausliefern und darstellen. Das Praktische daran, du benötigst keine Programmierkenntnisse, da du nicht im Quellcode, sondern in einer benutzerfreundlichen grafischen Oberfläche dem Backend, arbeitest. 

2. Welche CMS Arten gibt es? 

Traditionelle CMS 

Ein traditionelles CMS vereint die vier Hauptfunktionen – Speichern, Verwalten, Ausliefern und Darstellen – in einem System. Das Backend, indem spezifische Nutzer Inhalte speichern und verwalten, ist bei einem traditionellen CMS gekoppelt an das Frontend, welches die Inhalte anschliessend darstellt. Das traditionelle CMS bietet den Vorteil, dass alle Funktionen von einem System übernommen werden. Bei umfangreichen Webpräsenzen werden diese Systeme jedoch schnell sehr langsam. Daher eigenen sie sich eher für einfache Webauftritte.

Beliebte traditionelle CMS:

  • WordPress
  • Typo3 
Traditionelles CMS
Abbildung: Unterlagen zB. Baden, H7.2 – Websites – Präsentation, Chris Beyeler

Best of Breed

Diese Art vom CMS fokussiert sich auf das Speichern und Verwalten von Inhalten. Die Funktion der Darstellung und Auslieferung wird von einem anderen System übernommen. Wie der Name schon sagt, geht es beim Best of Breed CMS darum, das beste Drittsystem für die Darstellung zu wählen. Die Verbindung des Back- mit dem Frontend erfolgt bei diesen Systemen über eine Schnittstelle. Für diese Systemanbindung wird technisches Know-how benötigt. Der Vorteil von Best of Breed ist seine Schnelligkeit durch die Konzentration auf die Kernfunktion Speichern und Verwalten. 

Best of Breed CMS
Abbildung: Unterlagen zB. Baden, H7.2 – Websites – Präsentation, Chris Beyeler

Headless CMS

Bei einem Headless CMS erfolgt das Speichern, Verwalten und die Auslieferung getrennt von der Darstellung der Inhalte. Dieses CMS kommt ohne Frontend aus, da die Präsentation spezialisierten Systemen überlassen wird. Über Programmierschnittstellen, eine API (Application Programming Interface), werden die Inhalte aus dem Backend an verschiedene Ausgabemedien wie Desktop, Mobil, Tablet, Smartwatch oder Web-App ausgeliefert und dargestellt. Ein Headless CMS bietet sich besonders für komplexe Websites mit einem Online-Shop an. Informationen und Daten aus weiteren Systemen, wie beispielsweise Produktinformationen aus einem PIM-System, können ebenfalls über die API Schnittstelle ausgeliefert werden, ohne das System zu verlangsamen. Die Umsetzung eines Headless CMS ist technisch komplexer als andere Systeme und benötigt daher mehr Zeit und Programmierkenntnisse.

Beliebte Headless CMS:

  • Contentful
  • Drupal  
Headless CMS
Abbildung: Unterlagen zB. Baden, H7.2 – Websites – Präsentation, Chris Beyeler

Flat-File CMS

Diese Art CMS fokussiert sich auf das Ausliefern und Darstellen von Inhalten. Falt-File CMS kommen ohne grosse Datenbank aus. Die Inhalte wie Texte und Bilder werden in Text- oder Markdown-Dateien auf dem Server gespeichert und dem Websitebesucher dargestellt. Mit der einfachen Auszeichnungssprache Markdown lassen sich Wörter oder Textpassagen durch eine Auszeichnung mit Doppelsternen fett gedruckt (Bold) darstellen. Durch die einfache Struktur und die unkomplizierte Handhabung, beispielsweise bei einem Umzug der Website auf einen anderen Server, bieten sich Flat-File CMS bei simplen und kleineren Websites an. 

Beliebte Flat-File CMS: 

  • Statamic
  • Grav
Flat-File CMS
Abbildung: Unterlagen zB. Baden, H7.2 – Websites – Präsentation, Chris Beyeler

Decoupled CMS 

Bei einem Decoupled CMS sind die vier CMS-Hauptfunktionen wie Speicherung, Verwaltung, Auslieferung und Darstellung entkoppelt voneinander. Für jede Funktion wird das beste System eingesetzt. Nebst der Kommunikation zwischen Back- und Frontend verfügt ein Decoupled CMS auch über eine API Schnittstelle, welche die Daten wie bei einem Headless CMS aus dem Backend an verschiedene Kanäle ausliefern kann. Ein entkoppeltes CMS bietet hohe Flexibilität. Die einzelnen Komponenten funktionieren weitgehend eigenständig und können ausgetauscht werden. Dies erhöht aber auch den Programmieraufwand und die Kosten. Decoupled CMS eignen sich besonders für komplexe Websites, die auf unterschiedlichen Kanälen optimiert dargestellt werden sollen.

Decoupled CMS
Abbildung: Unterlagen zB. Baden, H7.2 – Websites – Präsentation, Chris Beyeler

Die Unterschiede zwischen traditionellen, Headless und Decoupled CMS:

Abbildung: Evolution of CMS – CS2 AM|START

3. Enterprise Content Management 

Enterprise Content Management (ECM) ist eine Software-Strategie zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von Inhalten und Dokumenten. Ziel ist es, alle Informationen eines Unternehmens auf einer einheitlichen Plattform zur Verfügung zu stellen. Das System dieser Strategie wird als Enterprise Content Management System, kurz EMCS bezeichnet. Dies ist keine CMS-Art, sondern umfasst nebst anderen Softwares wie beispielsweise einem Dokumenten-Management- oder einem Kollaborationssystem, auch ein Web-Content-Management-System. 

Nach dem Dachverband des AIIM international werden folgende Komponenten beim Enterprise Content Management (ECM) kombiniert:

  • Capture (Erfassung)
  • Manage (Verwaltung)
  • Store (Speicherung) 
  • Preserve (Bewahrung) 
  • Deliver (Ausgabe) 
AIIM Modell für Enterprise Content Management
Abbildung: Unterlagen zB. Baden, H7.2 – Websites – Präsentation, Chris Beyeler

4. Schematische Funktion eines CMS 

Wie werden die Daten, die wir im Backend speichern und verwalten, dem Nutzer als ansprechende Website dargestellt? Im Backend gestalten wir mit spezifischen Templates die Homepage (Startseite) sowie einzelne Webpages. Templates sind Vorlagen für die Gestaltung einzelner Seiten und Bestandteil eines Themes, welche das Design und das Aussehen der kompletten Website bestimmt. Inhalte und Medien wie Bilder oder Videos werden in der Datenbank des CMS gespeichert und teilweise über Plugins auf der Website dargestellt. Plugins dienen zur Funktionserweiterung der Website. Für die Implementierung von Formularen, Bildergalerien oder zum Abspielen von Videos werden beispielweise Plugins eingesetzt. Im Backend werden die Daten in Programmiersprachen wie PHP, Java oder Pyton auf dem Server gespeichert. Für die Darstellung der Inhalte werden diese ans Frontend ausgeliefert und in den Auszeichnungssprachen (Browsersprachen) Javascript, HTML und CSS dargestellt. HTML dient dabei zur Strukturierung der Inhalte, CSS stellt Farben und Formen dar und Javascript ist zuständig für die Dynamik und Interaktion auf der Website. Die Darstellung einer Website, wie wir sie sehen, ist ein ausgeklügeltes Zusammenspiel von Back- und Frontend und ihren Sprachen.  

Schamtische Darstellung eines CMS
Abbildung: Unterlagen zB. Baden, H7.2 – Websites – Präsentation, Chris Beyeler

5. Open Source und proprietäre Systeme

Neben der Art des CMS stellt sich auch die Frage, ob ein Open Source System oder eine proprietäre Software eingesetzt werden soll. Letztere sind Systeme, die gegen eine Lizenzgebühr genutzt und nur vom Hersteller selber weiterentwickelt werden können. Der Funktionsumfang wird vom Hersteller definiert oder speziell für die eigene Website programmiert. Der Vorteil ist, dass die Erweiterungen alle aus einer Hand kommen und aufeinander abgestimmt sind. Das Gegenteil eines proprietären Systems sind Open Source Lösungen wie Drupal, WordPress oder Typo3. Diese Systeme können lizenzfrei genutzt und von Dritten geändert und weiterentwickelt werden. Dadurch entsteht eine zahlreiche Auswahl an verschiedenen Templates und Erweiterungen, welche für den eigenen Webauftritt verwendet werden können. Open Source Systeme bieten neben der grossen Auswahl an Erweiterungen meist schon Schnittstellen zu bekannten Drittsystemen, welche dadurch einfach angebunden werden können. Für umfangreiche Corporate Websites (Unternehmenswebsites) mit einem Online-Shop und den gängigen Funktionen bieten sich daher Open Source Systeme an. Benötigst du aber eine Website mit spezifischen Funktionen, die genau auf deine Bedürfnisse programmiert wurde, dann sind proprietäre Systeme eine gute Lösung.

6. Fazit 

Es gibt verschiedene Arten vom Content Management Systemen, welche die Richtige für die eigene Webpräsenz ist, hängt stark vom Ziel der Website ab. Für eine simple Website bieten sich Flat-File System mit ihrer einfachen Struktur und Handhabung an. Eine umfangreiche Corporate Website mit integriertem Online-Shop setzt daneben eher auf eine All-in-one-Lösung wie ein traditionelles CMS oder gar ein Headless CMS, welches die Inhalte über eine Schnittstelle optimiert für verschiedene Kanäle darstellen kann. Ein Best of Breed CMS fokussiert sich auf die Funktionen Speichern und Verwalten und überlässt die Auslieferung und Darstellung einem weiteren System, das über eine Schnittstelle angebunden wird. Das Beste aus allem ist das Decoupled CMS. Es kombiniert die Vorteile eines traditionellen- und eines Headless CMS und eignet sich für grosse Unternehmen, welche einen optimierten Webauftritt auf allen Kanälen benötigen.

7. Tldr – Zusammenfassung 

Mit einem Content Management System, kurz CMS genannt, wird eine Website verwaltet. Die vier Funktionen eines CMS sind: Verwalten, Speichern, Ausliefern und Darstellen von Inhalten wie Text, Bild, Video und weiteren Formaten. 

Es gibt fünf Arten von Content Management Systemen, welche sich für unterschiedliche Websites eignen:

  • Traditionelle CMS: Diese benutzerfreundliche All-in-one-Lösung bietet sich für einfachere Websites an. 
  • Best of Breed CMS: Fokussiert sich auf das Speichern und Verwalten von Daten. Für die Auslieferung und Darstellung wird eine weitere Software über eine Schnittstelle angebunden. 
  • Headless CMS: Die Daten aus dem Backend werden über eine Schnittstelle an ein spezialisiertes System zu Darstellung ausgeliefert. Die Inhalte werden optimiert für verschiedene Plattformen, Medien und Geräte wie Mobile, Desktop, Tablet, Smartwatch oder Web-App. 
  • Flat-File CMS: Beschränkt sich auf die beiden Funktionen Auslieferung und Darstellung der Daten aus Textdateien und kommt daher ohne Datenbank aus. 
  • Decoupled CMS: Vereint die besten Systeme und die Vorteile eines traditionellen- sowie eine Headless CMS.  

Enterprise Content Management (ECM) ist kein System, sondern eine Software-Strategie zur Verwaltung von Content und Dokumenten und beinhaltet nebst andren Software-Typen auch ein CMS. 

Open Source sind lizenzfreie Systeme, die von Dritten weiterentwickelt werden. Das Gegenteil davon sind proprietäre Systeme, die nur vom Hersteller erweitert werden und gegen eine Lizenzgebühr genutzt werden können. 

Welche Art von CMS für deine Webpräsenz das Beste ist, hängt vom Ziel der Website und vom Funktionsumfang deiner Seite ab. 

Quellen:
https://cmsstash.de/empfehlungen/einfuhrung-cms

https://de.ryte.com/magazine/website-cms-vergleich-top-systeme-im-check